„Natürlich“, „Bio“, „Vegan“, „Organic“ – oft steht das alles zusammen auf einer einzigen Flasche. Es klingt vertrauenswürdig. Aber welche dieser Begriffe sind eigentlich gesetzlich geregelt, und welche darf jeder draufschreiben, der Lust dazu hat? Die Antwort lohnt sich zu kennen, denn sie verändert, wie man einkauft.
Die ernüchternde Wahrheit über schöne Wörter
Fangen wir mit dem häufigsten Wort an: „natürlich“. Bei Kosmetik ist dieser Begriff in Deutschland nicht geschützt. Jeder Hersteller darf ihn verwenden, ganz gleich, was tatsächlich in der Flasche ist. Es gibt keinen gesetzlichen Mindeststandard dafür.
Ähnlich sieht es bei „Bio“ aus. Bei Lebensmitteln ist das streng EU-geregelt – bei Kosmetik dagegen nicht gesetzlich geschützt. Und auch „vegan“ hat für Kosmetik keine gesetzliche Definition; hier verlassen sich Verbraucher meist auf die Siegel unabhängiger Organisationen.
Das heißt nicht, dass alle Hersteller schummeln. Es heißt nur: Diese Wörter allein sagen wenig aus. Man muss genauer hinschauen.
Die Siegel, die wirklich Kriterien haben
Es gibt sie aber, die verlässlichen Standards – nur sind es freiwillige Zertifizierungen mit klaren Regeln. Der bekannteste ist der COSMOS-Standard. Er kennt zwei Stufen: „COSMOS Organic“ verlangt mindestens 95 Prozent natürliche Inhaltsstoffe, davon ein bestimmter Anteil aus biologischem Anbau. „COSMOS Natural“ verlangt ebenfalls einen sehr hohen Anteil natürlicher Zutaten, ohne festen Bio-Anteil. Auch das deutsche NATRUE-Siegel arbeitet mit ähnlich strengen Kriterien.
Wer eines dieser Siegel auf einem Produkt sieht, kann sicher sein, dass dahinter überprüfbare Regeln stehen – anders als bei einem bloß hingeschriebenen „natürlich“.
Ein Wort, das sich lohnt zu verstehen: „Parfum“
Auf fast jeder Inhaltsstoffliste taucht das Wort „Parfum“ auf. Es ist eine Sammelbezeichnung – dahinter können sich synthetische Duftstoffe verbergen oder natürliche ätherische Öle. Am Label allein ist das nicht zu unterscheiden. Nur wenn ausdrücklich „ohne synthetische Duftstoffe“ oder eine konkrete Auflistung dabeisteht, weiß man mehr.
Simones persönlicher Tipp
Dreh die Verpackung um und lies die Inhaltsstoffliste – die INCI-Liste. Das klingt aufwendiger, als es ist: Eine kurze Liste mit erkennbaren Zutaten ist fast immer ein gutes Zeichen. Je länger und kryptischer, desto genauer lohnt sich ein zweiter Blick. Ich habe jahrelang nur auf die schönen Wörter auf der Vorderseite geschaut. Seit ich die Rückseite lese, kaufe ich bewusster – und ärgere mich seltener.
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Quelle zum Weiterlesen: COSMOS-Standard für Naturkosmetik

